Veganismus und Vegetarismus – eine Geschichte von Ethos, Tierliebe und Gesundheit.

Es gibt eine Vielzahl von kontroversen Themen und das Thema Veganismus und Vegetarismus ist eines von Ihnen. Man kann Stunden darüber philosophieren. Auf meinem Blog werde ich häufiger mal zu diesem Thema schreiben. In diesem Artikel zu Weihnachten möchte ich nur mal den Auftakt zu einer Reihe von Beiträgen schreiben. Ich möchte selber mal erläutern, wie ich zum Veganismus bzw. Ovo-Vegetarismus (den Begriff gibt es eigentlich gar nicht) kam.

Veganismus, Vegetarismus, was ist das eigentlich?

Heute wird in der Ernährungswissenschaft unterschieden zwischen Ovo-Lacto-Vegetariern (diese Essen keine Produkte toter Tiere, aber durchaus Milchprodukte und Ei), Pescetarier (sie essen Fisch, aber kein Fleisch), Lacto-Vegetarier (diese essen kein Ei, aber Milchprodukte) und Veganern (sie essen keine Tierprodukte, dazu gehört auch Honig). Im veganen Lebensstil wird oft außerdem auch bei Kleidung, Kosmetika etc. auf Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe geachtet.

Beweggründe?

Beweggründe gibt es für eine solche Ernährung viele: Geschmack, Ekel, ethische Gründe, gesundheitliche Gründe oder Umwelt- bzw. Naturschutzgründe. Wie durchdacht und realistisch die einzelnen Beweggründe sind will ich an dieser Stelle (noch) nicht analysieren.

Zu meiner eigenen Geschichte…

Meine Mutter berichtete, dass ich schon als Kleinkind kein Fleisch mochte. Sie hat bergeweise Babybrei selbst essen müssen, weil ich den nicht mochte. Als Kind habe ich zwar Fleisch gegessen, aber nur solches was weder nach Tier aussah, noch nach Tier schmeckte. War einfach nicht meins. Später kam noch die Erkenntnis dazu, dass ich tote Tiere also „Kadaver“ zu essen irgendwie abstoßend fand.

In meiner Zeit im Leistungssport war es ein Riesenthema, mit 11 begann ich Eiweiß-Shakes zu trinken, weil meine Trainer Angst hatten, ich bekäme nicht genügend Eiweiß. Ein paar mal wurde ich fast nach Hause geschickt, weil ich auch sonst nichts gegessen habe bei Regatten oder im Trainingslager.

Zudem gab es selten etwas, was ich mochte. Von Käse war ich auch nicht der größte Fan, eigentlich mochte ich nur Quark und Frischkäse. „Damals“ gab es nämlich noch längst nicht die Vielzahl an alternativen Produkten und auch keine Bio-Märkte in der Menge. Ich habe mich also einen Großteil meines Lebens von „Beilagen“ ernährt und aus mir ist trotzdem was geworden. Meistens musste ich mir anhören ich sei eine Mäkelliese und ich würde „spinnen“. Im Kindergarten hatte ich alles probieren müssen, was auf den Tisch kam. Vermutlich der Grund wieso ich heute von Fisch würgen muss.

Ich bin also auch damit groß geworden die Klappe zu halten und hatte es lange vor meiner „Veggie-Karriere“ aufgegeben mit Leuten zu diskutieren. Wozu auch? Die hatten doch eh immer recht.

Die Ethik

Irgendwann kam mir der Gedanke, dass es eigentlich nichts bringt „Schlachtabfälle“ wie Nuggets oder Salami zu essen und hörte auf Fleisch zu essen. Irgendwann beschäftige ich mich mit Massentierhaltung und Ausbeutung und beschloss auch auf die meisten anderen Tierprodukte zu verzichten. Ausnahmen mache ich bei Ei und Honig, aber dazu folgen noch Beiträge.

Jeder hat eine Meinung

Natürlich hat jeder zu dem Thema eine Meinung. Oft in meinem Leben habe ich mich unendlich ungerecht behandelt gefühlt. Jahre lange musste ich selbst in meiner eigenen Familie nur für meinen eigenen Lebensstil kämpfen. Heute habe ich diesen „Kampf“ aufgegeben. Ich bin Ernährungsberaterin und habe Gesundheitsmanagement studiert und bin seit 13 Jahren Sportlerin, mehrere Jahre davon im Leistungssport Bereich. Ich weiß also wovon ich rede. Inzwischen ist es mir egal, was andere Leute sagen oder denken. In meiner eigenen Familie oder im Kreis enger Freunde verletzt es mich zwar heute noch, denn oft genug glaubt mir niemand und nimmt auch keiner Rücksicht. Ich versuche auch niemanden zu missionieren. Bekannten sage ich stets ich sei ein „Gesellschaftsfähiger Veganer“. Jetzt werden sicherlich einige aufschreien und über mich meckern, wieso ich für meine Ideale und Meinung nicht mehr „kämpfe“. Tja. Es gibt eine Menge Dinge für die man kämpfen kann, aber mit Sicherheit nicht mehr dafür, dass Sturköpfe mir zuhören. Das wollen sie nämlich gar nicht. Und ich habe auch keine Lust mehr „beleidigt“ zu werden.

Aber man muss doch was sagen..

Ja, man muss auch was sagen. Wenn ich gefragt werde, dann beantworte ich jede Frage. Ich erkläre mich aber nicht mehr oder rechtfertige mich auch nicht. Manche Menschen in meinem Umfeld, wie zum Beispiel meine Lebenspartner haben ihre Ernährung, in Teilen, nach einiger Zeit von selbst umgestellt, da sie anfingen über verschiedene Dinge nach zu denken. Ich habe nie jemanden, der mir nahe stand bequatscht oder ähnliches. Es scheint etwas an diesem „Veggie“-Gedanken zu sein, was die Leute „überzeugt“ oder „nachdenklich macht“. Und das finde ich richtig schön. Das sind meine „Siege“ und dafür brauche ich keine „Diskussion gewinnen“. Am Ende muss man sich eh immer nur etwas über die Gefühle von Gurken anhören oder Sprüche wie „Du isst meinem Essen das Essen weg.“ Daher gehe ich lieber immer nur als gutes Vorbild voran und von ganz alleine fangen manchen Menschen dann an nach zu denken und begeben sich auf einen Weg. Denn das ist, was für mich „Veganismus“ bedeutet. Es ist ein Weg, man fängt irgendwo an und gelangt irgendwo hin. Ich verurteile dann auch niemanden, der trotzdem noch ab und an Fleisch isst, wenn der Gesamtkonsum um ein Vielfaches gesunken ist, denn ich denke jedes bisschen Reduktion trägt zu einer besseren Bilanz bei. Es profitiert die Umwelt, die Menschen, die Tiere und die Landwirtschaft. Wer nicht profitiert sind die Wirtschaftsriesen und Export-Giganten, aber damit kann ich leben. Und ihr so?

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2 Gedanken zu “Veganismus und Vegetarismus – eine Geschichte von Ethos, Tierliebe und Gesundheit.

  1. Ich finde deinen Beitrag super! Eine Erfahrung die ich noch gerne mit dir teilen möchte ist, dass “Fleischesser” sich oft angegriffen fühlen nur weil man selbst keines isst. Ich verurteile auch niemanden, lehne Fleisch aber höflich ab und dann gehen die Diskussionen los. Mein Gegenüber beginnt sich zu rechtfertigen und zu argumentieren warum Vegetarier sein keinen Sinn machen würde und der größte Quatsch: Man bräuchte Fleisch zum Leben. Schön, dass du mit deinem Wissenstand offensichtlich bestätigen kannst, dass dem nicht so ist. Hast du ähnliche Erfahrungen gesammelt?

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    1. Tatsächlich kenne ich das auch so wie du es beschreibst. Mein Lieblings Spruch ist:“Ich brauch mein Fleisch. Es ist einfach zu lecker.“ Geht auch in die Richtung. Ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefällt.

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